Zufrieden am Arbeitsplatz
Die vierte Gesundheitskonferenz der IGBCE befasst sich mit dem Thema "Gesunder Mensch im gesunden Unternehmen".
WOLFEN/MZ. Fit, gesund und lebensfroh - wer wünscht sich nicht solche Mitarbeiter? Denn eins ist klar: Arbeitnehmer, die zufrieden und glücklich sind, sind kreativer und produktiver als solche, die mit sich und der Welt uneins sind. Und: Sie machen die Firma stark. Eine starke Firma wiederum strahlt Sicherheit aus.
Das hat die Industriegewerkschaft Bergbau, Chemie und Energie (IG BCE) mit ihrer vierten Gesundheitskonferenz am Dienstag in Wolfen thematisiert. "Gesunder Mensch im gesunden Unternehmen" - so das Motto der Zusammenkunft, deren Ziel der Erfahrungsaustausch und die Vorstellung von entsprechenden Initiativen in Mitgliedsunternehmen der IG BCE ist. Eine wachsende Rolle spielt in der heutigen Zeit, in der viele Produktionsprozesse automatisiert sind, der Stress. "Die psychosoziale Belastung ist nicht zu unterschätzen. Das zeigen die Daten der Krankenkassen", erklärte Edeltraud Glänzer, Mitglied des geschäftsführenden Hauptvorstandes der Industriegewerkschaft. Und sie wies auf den ursächlichen Zusammenhang zwischen einer gesunden Belegschaft und einem profitablen Unternehmen hin, das schließlich konkurrenzfähig ist. Dazu zählt sie nicht allein Rückenschule und Antiraucherprogramme, es geht ihr um Bildung, um Familienfreundlichkeit, um ein angenehmes Betriebsklima. "Letztlich geht es ja auch darum, dass die Menschen in unserem Bundesland bleiben, weil sie sich wohlfühlen. Und das hat nicht wenig mit dem Arbeitsumfeld zu tun", sagte Gerhard Koppitz, Leiter des Bezirkes Halle-Magdeburg der IG BCE.
Dem hat sich nun auch die Politik angenommen. "Was die IG BCE hier macht, ist vorbildlich in Deutschland. Wir wollen das ausbauen", so der Parlamentarische Staatssekretär im Bundesgesundheitsministerium, Daniel Bahr.
17 Unternehmen des Bezirkes Halle-Magdeburg der IG BCE haben sich um den Gesundheitspreis beworben - unter ihnen die Soex GmbH in Wolfen und das Werk Köthen der Lacufa GmbH. Den ersten Preis hat das Team der Midewa gewonnen. In der Firma, die im südlichen Sachsen-Anhalt rund 364 000 Menschen mit Trinkwasser versorgt und das Abwasser von 120 000 Menschen entsorgt, haben vor zwei Jahren Betriebsrat und Geschäftsführung ein komplettes Konzept erarbeitet, in dem es darum geht, Familien zu begleiten. "Vom Kindergarten an bis dahin, wo sich die Frage stellt: Welche Perspektive geben wir älteren Mitarbeitern? Wir bieten beim Thema Gesundheit nicht punktuelle Hilfe, wir betrachten das als Ganzes", erklärte Betriebsratschef Gerald Büchner. "Das läuft nur, wenn Belegschaft und Geschäftsführung zusammenarbeiten. Das steht in unserer Betriebsvereinbarung drin." Den zweiten Preis bekam die Energieversorgung Halle, den dritten die Salutas Pharma Barleben. Der Köthener Peter Possehl wurde mit der Verdienstmedaille, der höchsten Auszeichnung der IG BCE, für sein Engagement in der Gewerkschaftsarbeit geehrt.
VON CHRISTINE KRÜGER, 25.05.10


