Akribisch geplante Reinigungsaktion der Wasserspeicher

Mit 41 Hochbehältern ist die Niederlassung Mansfelder Land - Querfurter Platte im Gebiet der MIDEWA Wasserversorgungsgesellschaft in Mitteldeutschland mbH die mit Abstand reichste. So viele Wasserspeicher hat keine andere. Die Bauwerke halten nicht nur eine wichtige Wasserreserve vor, falls die Versorgung unterbrochen sein sollte, sie sorgen zugleich dafür, dass das kühle Nass mit dem entsprechenden Druck bei den Menschen zu Hause ankommt. 

"Für uns als Wasserversorger sind diese Bauwerke unverzichtbar; sie machen aber auch eine Menge Arbeit - Trinkwasser ist ein Lebensmittel und braucht bestimmte Rahmenbedingungen", weiß Peter Erfurth, der Leiter Betrieb in der MIDEWA-Niederlassung mit Sitz in Lutherstadt Eisleben. Das heißt, dass die Wasserspeicher regelmäßig gereinigt werden müssen. Wie zum Beispiel am Donnerstag, dem 10. Februar, der Hochbehälter in Braunschwende (Stadt Mansfeld). 

Ein Bauwerk, das in den 1990er-Jahren im Rahmen des ländlichen Anschlussprogramms errichtet wurde. Der Behälter verfügt über zwei Kammern. Jede mit einem Fassungsvermögen von 1000 Kubikmetern. "Wenn wir den Behälter außer Betrieb nehmen, fehlt für eine gewisse Zeit eine wichtige Wasserreserve. Die Versorgung unserer Kunden mit Trinkwasser muss aber trotzdem gewährleistet sein", beschreibt Peter Erfurth die Herausforderung. Aus diesem Grund seien diese Einsätze akribisch geplant, um zügig voranzukommen. 

Schon Tage zuvor wird die Wasserreserve aus dem Behälter in das Netz eingespeist. Bis auf einen kleinen Rest am Boden des Bauwerks. Ist der Behälter nahezu komplett leer, können die MIDEWA-Mitarbeiter ans Werk gehen. Das Team Heiko Hornig und Helmut Kulak steht in den Startlöchern. 

"Extrem wichtig sind hier die hygienischen Vorkehrungen. Normalerweise", erläutert Peter Erfurth, "sind die Behälter geschlossene Systeme. Wenn wir sie planmäßig reinigen, müssen wir die Anlagen betreten." Zu diesem Zweck ziehen die MIDEWA-Mitarbeiter weiße Einmalschutzanzüge über ihre Arbeitskleidung; vor allem die Stiefel werden immer wieder gründlich desinfiziert - und dann kann's losgehen. Mit dem Hochdruckreiniger werden Wände, Decke und Fußboden gründlich abgespritzt. 

Alle zwei Jahre wird das gemacht. Und nur dann bestünde auch die Chance, die Bauwerke in ihrer Substanz genau zu betrachten und unter Umständen erste Schäden festzustellen, meint Peter Erfurth. "Wenn sie bis oben mit Wasser gefüllt sind, geht das schlecht."

Die erste Kammer in Braunschwende ist bereits Ende Januar geputzt worden. Jetzt war die zweite an der Reihe. Nach der Reinigungsaktion wird zunächst ein wenig Wasser in den Behälter gelassen, so dass das Gesundheitsamt eine Probe nehmen kann. Im Labor wird daraufhin die bakteriologische Beschaffenheit des Trinkwassers begutachtet. Erst wenn die Qualitätsfreigabe erteilt ist, wird der Speicher wieder komplett gefüllt und in das Versorgungsnetz eingebunden.  

Für das zweiköpfige MIDEWA-Team sind diese Reinigungsaktionen zu Beginn des Jahres längst Routine. Wenn es draußen kalt ist, dann hilft das, Verkeimungen zu vermeiden. "Bei 30 Grad im Schatten wäre das schwieriger - und außerdem brauchen wir diese Reserven dann für die Versorgung unserer Kunden", erinnert Peter Erfurth, der erleichtert ist, dass man den Putzplan für 2022 nun allmählich abgearbeitet hat. "Im Frühjahr haben wir wieder anderen Aufgaben, vor allem auf den Baustellen."   

Der größte Hochbehälter der Niederlassung steht in Ritterode und hat ein Fassungsvermögen von 20400 Kubikmetern, der kleinste befindet sich in Hayda, einem Ortsteil von Sangerhausen. Vier Kubikmeter Trinkwasser können hier gespeichert werden.