Baustart für Merseburgs wichtigste Wasserzufuhr

Die Baustelle zur Erneuerung der wichtigsten Versorgungsleitung für die Dom- und Hochschulstadt Merseburg ist eingerichtet, die Vorarbeiten sind abgeschlossen, nun kann das Großprojekt Schritt für Schritt realisiert werden. “Wir bereiten diese Maßnahme seit vielen Monaten intensiv vor und sind froh, dass wir jetzt alle Unterlagen und Genehmigungen vorliegen haben, um diese maßgebliche Leitung vom Wasserwerk Werder in Richtung Merseburg bauen zu können”, sagt Thorsten Mahler, Mitarbeiter in der Niederlassung Saale - Weiße Elster der MIDEWA Wasserversorgungsgesellschaft in Mitteldeutschland mbH. 

Beim Hochwasser 2013 war der Bereich überflutet worden. Seither, haben umfangreiche Untersuchungen von Planungs- und Ingenieurbüros ergeben, seien “die Rahmenbedingungen für den langfristigen uneingeschränkten Betrieb der Trinkwasserinfrastruktur hier nicht mehr gegeben”, erläutert Thorsten Mahler, der das Projekt federführend betreut. Insgesamt wird auf rund 1,4 Kilometern Länge eine komplett neue Versorgungsleitung für die Kunden in Merseburg verlegt. 

Das Projekt ist aus verschiedenen Gründen anspruchsvoll. “Da wir die Saale mit unserer Leitung queren müssen”, schildert Thorsten Mahler, “brauchen wir Genehmigungen, zum Beispiel eine strom- und schifffahrtspolizeiliche Genehmigung vom zuständigen Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt. Wir bauen eine Rohrbrücke über den Umgehungskanal Merseburg - auch das passiert nicht alle Tage. Es sind umfangreiche  statische Untersuchungen erforderlich gewesen. Außerdem bauen wir östlich der Saale in einem Landschaftsschutzgebiet und Europäischen Vogelschutzgebiet.” Für jedes einzelne Themenfeld gebe es verschiedene Zuständigkeiten, verschiedene Ansprechpartner - und verschiedene Vorstellungen. Bei der MIDEWA, die 2016 für das Projekt einen Fördermittelbescheid der Investitionsbank Sachsen-Anhalt erhalten hat, laufen alle Fäden zusammen. Das Unternehmen ist der Bauherr. 

Bis April 2021 soll gebaut werden. Zwar ist eine Winterpause eingeplant, aber letztlich entscheiden die Wetterverhältnisse darüber, ob in der kalten Jahreszeit gebaut werden kann und wenn ja in welchem Umfang. Die hallesche Niederlassung der Umwelttechnik und Wasserbau GmbH hatte sich in der Ausschreibung mit dem wirtschaftlichsten Angebot durchgesetzt, den Zuschlag erhalten und wird das Vorhaben umsetzen.

Zum Teil wird die Leitung offen verlegt - also in einem Rohrgraben. Da ist zum Beispiel westlich der Werderstraße der Fall. Hier wird bereits gearbeitet. Gleichzeitig wird die rund 740 Meter lange Bohrung unter der Saale vorbereitet. Hier befindet man sich, so Thorsten Mahler, stellenweise bis zu zwölf Meter unter dem Grund des Flusses, der in dem Bereich bis zu sechs Meter tief ist. Außerdem müssen im Projekt zahlreiche Leitungen umgebunden werden, damit die Trinkwasserversorgung am Ende wieder zuverlässig über die neue Trasse funktioniert. Zu diesem Zweck, kündigt Thorsten Mahler an, muss die Leunaer Straße zeitweise gesperrt werden. 

Besonders wichtig ist, dass die neue Leitung mit einem angemessenen Sicherheitsabstand zur bestehenden Trasse verlegt wird, um während der Bauphase mögliche Schäden durch Erschütterungen zu vermeiden. “Das ist keine normale Versorgungsleitung. Sie ist immens wichtig für die Stadt”, betont der MIDEWA-Projektleiter. Das belegt auch die Tatsache, dass die Leitung bis zu einem halben Meter im Durchmesser misst - und das gesamte Vorhaben rund drei Millionen Euro kostet.

 

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neue Versorgungsleitung | PDF - 128 KB