Ein Leben im und mit dem nassen Element

An diesem 1. Juli feiert Konrad Schwärzel ein Jubiläum der besonderen Art: 40 Jahre in der Wasserwirtschaft. Der Leiter Betrieb bei der MIDEWA Wasserversorgungsgesellschaft in Mitteldeutschland mbH in Köthen (Anhalt) blickt auf eine bewegtes und abwechslungsreiches Berufsleben zurück. 

Nicht vergessen sind beispielsweise die Jahre in der ehemaligen DDR, als sowohl Material als auch Technik fehlte. „Hier konnte die Beseitigung eines Rohrbruches schon mal bis in den späten Abend dauern. Und wenn das Wasser dann wieder lief, hatten wir keine Chance, diese Nachricht schnell zu verbreiten, weil die Kommunikationskanäle fehlten. Also mussten die Leute einfach warten, Geduld haben und immer mal wieder nachsehen, ob wieder Wasser aus dem Hahn läuft", erzählt der Jubilar.

Der gebürtige Bernburger hatte 1974 eine zweijährige Ausbildung zum Facharbeiter für Meliorationstechnik aufgenommen. Anschließend ging er auf Montage und sammelte erste  Erfahrungen in der Trinkwasserversorgung. Gemeinsam mit seinen Kollegen wirkte er unter anderem beim Bau der Wasserversorgung von Bad Bibra nach Nebra mit. „Mir hat die Arbeit von Anfang Spaß gemacht", sagt er. 

Im Juli 1981 wechselte der heute 63-Jährige zum VEB Wasserversorgung und Abwasserbehandlung, kurz WAB, und vertiefte dort seine Kenntnisse als Trinkwassermonteur. Erfahrungen, von denen er bis heute in einer Führungsposition bei der MIDEWA profitiert. „Mit der Wende kam dann auch in der Wasserwirtschaft eine Zeit der Veränderung auf uns zu. Alles war plötzlich anders und neu”, berichtet der dreifache Familienvater. „Die größte Herausforderung war für uns das Arbeiten mit der neuen Technik, mit modernen Fahrzeugen und mit Materialien, die nachhaltig waren. Für uns war das damals der erste Schritt in Richtung Modernisierung der Wasserwirtschaft", blickt Konrad Schwärzel zurück. Die MIDEWA habe von Anfang an in die Qualifizierung ihrer Beschäftigten investiert. „Das ist etwas, was ich sehr schätze, weil es einfach unerlässlich ist. Gut ausgebildete und geschulte Mitarbeiter sind so wichtig für die Qualität der erbrachten Leistung", betont er. 

Anfang der 1990-er Jahre absolvierte er in Dresden den ersten, organisierten Lehrgang zum „Geprüften Wassermeister”. In dieser Zeit habe er viel über den gesamten operativen Betrieb der Wasserwirtschaft gelernt - von der Wassergewinnung über die Aufbereitung bis hin zur Speicherung, „und all das muss höchsten Qualitätsansprüchen genügen", ergänzt er ganz selbstverständlich, „schließlich haben wir es mit einem Lebensmittel zu tun, das engmaschig und extrem streng kontrolliert wird". 2019 nimmt der frühere Servicebereichsleiter die nächste Herausforderung an und fungiert seither als Leiter Betrieb als Bindeglied zwischen der Niederlassung, der Hauptverwaltung in Merseburg und den Servicebereichen Köthen, Könnern und Aschersleben, die alle zur MIDEWA-Niederlassung Anhalt - Harzvorland mit Sitz in der Köthener Stiftstraße gehören.

Konrad Schwärzel hat die einzelnen Baumaßnahmen im Blick, plant einen effektiven Personaleinsatz und unterstützt mit Rat und Tat auch mal gern auf der Baustelle - und stimmt sich viel mit den Verantwortlichen in den Städten und Gemeinden ab, weil die letztlich das Herzstück der MIDEWA sind. „Im Vergleich zu früher ist unsere  Arbeit viel komplexer geworden. Unsere Fachkräfte tragen eine hohe Verantwortung und müssen ihr Wissen, gerade im Hinblick auf die fortschreitende Digitalisierung und die Anforderungen an die  Wasserwirtschaft der Zukunft, ständig erweitern”, stellt Konrad Schwärzel fest und freut sich, dass seine Kollegen diesen Weg engagiert gehen.„Sauberes Wasser ist unabdingbar und ein wichtiger Bestandteil einer intakten Umwelt. Unsere Fachkräfte sorgen mit ihrem Wissen für eine stabile Trinkwasserversorgung und tragen zugleich dazu bei, die Wasserwirtschaft weiter zu modernisieren.”

Am 1. Februar 2022 wird Konrad Schwärzel in den Ruhestand gehen. Pläne, was er dann mit seiner Zeit anfangen will, hat er keine, „dafür ist meine Frau zuständig". Das Paar geht gern wandern, liebt Urlaub an der Ost- wie an der Nordsee - „hier bleibe ich meinem Element treu", freut er sich. Mit Haus, Hof und Garten und einem Vierbeiner kommt bestimmt keine Langeweile auf, ist der Wasserexperte überzeugt.

 

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