Einmal unter der Mulde durch

Eine Zwillingsleitung baut Ralf Rinzsch auch nicht alle Tage. Im Moment schon. Der Bauleiter bei der MIDEWA Wasserversorgungsgesellschaft in Mitteldeutschland mbH in der Niederlassung Muldenaue - Fläming betreut den neuen Muldedüker, der Bitterfeld und Muldenstein über zwei parallel verlaufende Rohrstränge verbindet. Ein Projekt, das seit Monaten vorbereitet wird. 

"Diese Leitung ist wichtig für die Wasserversorgung der Stadt Bitterfeld. Es handelt sich um die Haupteinspeisung vom Hochbehälter auf dem Muldensteiner Berg", informiert der MIDEWA-Mitarbeiter im Bereich Investitionen. Nur, dass dazwischen die Mulde liegt, die man queren muss - was die Arbeiten technisch anspruchsvoll macht. Die neuen Leitungen aus einem robusten Polyethylen mit einem Durchmesser von 300 Millimetern wird im Bohrspülverfahren verlegt. 

Zurzeit laufen die ersten Suchschachtungen, um die Beschaffenheit des Untergrundes zu eruieren. Damit prüft das von der MIDEWA beauftragte Ingenieurbüro Ladde-Hobus aus Bitterfeld-Wolfen, wo genau die Leitung später verlaufen könnte. "Der gesamte Untergrund muss vorher so gut es geht untersucht werden; wenn größere Steine im Weg liegen, kann sich der Bohrkopf nicht weiter vorarbeiten und die gesamten Arbeiten würden ins Stocken geraten", schildert Ralf Rinzsch.  

Auf der Muldensteiner Seite ist in den vergangenen Tagen eine Baustraße entstanden, auf Bitterfelder Seite passiert das bis Ende August. Damit können die Arbeiter sich dem Fluss dann von beiden Seiten nähern, ohne mit dem schweren Gerät im Erdreich zu versinken. Auch müssen Lagerplätze für das Material geschaffen werden. Und genügend Arbeitsflächen. Denn die neuen Rohre, die später unter der Mulde eingezogen werden, müssen im Vorfeld verschweißt und entsprechend platziert werden, so dass man sie wie eine Art Band aufziehen kann. 

Für Ende September, so Ralf Rinzsch zum Zeitplan, ist die eigentliche Bohrung geplant. Dann wird die unterirdische Verbindung zwischen den beiden Mulde-Ufern hergestellt. Zu diesem Zweck braucht es eine Start- und eine Zielgrube auf der jeweils anderen Seite. "Zunächst wird es eine Pilotbohrung zwischen der Muldensteiner und der Bitterfelder Seite geben. Dabei wird das Rohr an einem Gestänge fixiert und über einen steuerbaren Bohrkopf unter der Flusssohle vorangetrieben."

Diese Systematik sei relativ flexibel, so dass ein gewisser Spielraum für den Verlauf der neuen Zwillingsleitung bleibt - je nachdem, wie der Untergrund in dem Bereich beschaffen ist. Damit könne man unter Umständen größeren Gesteinsbrocken ein wenig ausweichen, hofft Ralf Rinzsch. In jedem Fall sei das eine Aufgabe für echte Experten. Die Tief- und Spezialbau Halle GmbH ist auf solche Projekte spezialisiert und von der MIDEWA mit diesem Vorhaben beauftragt worden.

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PI MIDEWA Muldedüker | PDF - 157 KB