“Es spielt keine Rolle”

Sie ist eine von vielen und alles andere als eine Exotin: Michaela Kübler leitet seit Februar die technische Abteilung in der Hauptverwaltung der MIDEWA Wasserversorgungsgesellschaft in Mitteldeutschland mbH. Die Tatsache, dass sie eine Frau ist, habe auf dem Weg dorthin keine Rolle gespielt. Sie sagt: “Gleichberechtigung ist nichts, worüber wir im Unternehmen sprechen müssen; bei uns ist es ein Automatismus. Es spielt bei der Stellenvergabe überhaupt keine Rolle, ob man ein Mann oder eine Frau ist - es kommt auf die Qualifikation an.”

37 Prozent aller Führungskräfte bei der MIDEWA sind Frauen. Die Niederlassung in Bitterfeld zum Beispiel wird von einer Frau geleitet: Catrin Janke ist im September 35 Jahre dabei. Sie schätzt, dass bei der MIDEWA Frauen und Männer gleiche Chancen haben, sich zu entwickeln. “Was zählt, ist der Wille, etwas zu bewegen.” Die technische und die kaufmännische Abteilung in Bitterfeld und in Köthen (Anhalt) wird von Frauen geleitet. In den Niederlassungen Mansfelder Land - Querfurter Platte und Saale - Weiße Elster haben Frauen das Sagen im kaufmännischen Bereich, wie zum Beispiel Kathleen Stettler in Lutherstadt Eisleben. “Ich habe nicht zuletzt durch die Arbeit mit meinen männlichen Kollegen sehr viel über die Wasserwirtschaft gelernt”, sagt sie und schätzt den Erfahrungsaustausch mit allen - unabhängig vom Geschlecht oder der Position.

Unter den insgesamt 380 Beschäftigten bei der MIDEWA gibt es zurzeit 120 Frauen. Damit liegt die Frauenquote im Unternehmen bei über 30 Prozent.

Obwohl Michaela Kübler ein Zahlenmensch ist, immerhin wollte sie ursprünglich Mathematik studieren, legt sie auf diese Prozentangaben auch zum Internationalen Frauentag am 8. März wenig Wert. Sie arbeitet mit allen Kolleginnen und Kollegen in ihrer Abteilung gut zusammen.  

“Ich halte es für ausgesprochen wichtig”, sagt die Technische Leiterin, “dass sich ein Team aus möglichst unterschiedlichen Mitgliedern zusammensetzt. Damit kann jeder durch seine Stärken und Erfahrungen zum Erfolg des Unternehmens beitragen und von anderen lernen.” In der technischen Abteilung der Hauptverwaltung in Merseburg arbeiten zwölf Kolleginnen und Kollegen, mit ihr als Chefin sind die Frauen sogar in der Mehrzahl. “Ich versuche immer den Menschen hinter den Kolleginnen und Kollegen zu sehen”, beschreibt die 30-Jährige ihre Art zu führen.

Von 2008 bis 2011 absolviert Michaela Kübler ein duales Studium an der Hochschule Merseburg. Ihre Wahl fällt auf Wirtschaftsingenieurwesen. In der MIDEWA findet sie ein Partner-Unternehmen, um von Anfang an praxisorientiert arbeiten zu können. “Ich würde jedem ein duales Studium empfehlen; man bekommt einfach viel schneller und besser einen Einblick in das Tagesgeschäft.”

Nach dem Studium bleibt sie in Merseburg, arbeitet als Projektingenieurin in der technischen Abteilung, geht 2014 für drei Jahre nach Leipzig, wo sie bei Veolia Erfahrungen sammelt. Die Internationalität von Veolia und das breite Aufgabenspektrum gefallen ihr hier besonders. “Ich habe damals ziemlich viel gelernt”, sagt sie. 2017 kehrt sie zur MIDEWA zurück und wird Technische Leiterin der Niederlassung Saale - Weiße Elster. Eine Aufgabe, die sie als “bunten Blumenstrauß” beschreibt und die viel mit dem operativen Geschäft, mit Baustellen, mit Kundengesprächen zu tun hat. Nun ist sie verstärkt in einer Steuerungsfunktion, betreut mit ihrem Team übergreifende Themen, die ganz MIDEWA betreffen.

Mit India Tempel gehört eine junge Projektingenieurin zu ihrem Team: “Was bei uns zählt, sind Begeisterung und Interesse für ein Thema und nicht das Geschlecht. Ich kann nur jedem empfehlen, einfach das zu tun, was einem gefällt und sich auszuprobieren.”

Dass es mit Grit Schwara in Bitterfeld und Antje Falke in Köthen (Anhalt) gleich in zwei von vier MIDEWA-Niederlassungen technische Leiterinnen gibt, freut Michaela Kübler zwar, “aber es macht keinen Unterschied zu den beiden männlichen Kollegen”, betont sie und freut sich auf spannende Projekte, die sie mit ihrem Team und in Kooperation mit den Niederlassungen umsetzen will.

Michaela Kübler, Technische Leiterin

Catrin Janke, Leiterin der Niederlassung in Bitterfeld

Kathleen Stettler, Leiterin kaufmännischer Bereich Niederlassung Mansfelder Land - Querfurter Platte

India Tempel, Projektingenieurin