Familie wird vorsorglich evakuiert

Ein Großaufgebot am Donnerstagabend in Hohenmölsen in der Friedensstraße 7: Die Bewohner müssen unverzüglich und vorsorglich ihr Haus verlassen. Offenbar ist der Baugrund instabil, die Gefahr, dass es einstürzen könnte, gegeben. So das Urteil eines Statikers. Das Ordnungsamt der Stadt Hohenmölsen ist am Ort des Geschehens, sperrt Teilbereiche ab, evakuiert die Familie; das Technische Hilfswerk sichert mit Stützwänden das Gebäude und auch Thomas Civeyrac von der MIDEWA Wasserversorgungsgesellschaft in Mitteldeutschland mbH verfolgt die unerwarteten Ereignisse in der Friedensstraße 7. Gemeinsam entschließt man sich, noch am Abend vor dem Hauseingang eine Baugrube auszuheben, um die durchfeuchteten Kellerwände besser sichern zu können.

Im April hatte es in der Straße einen Wasserrohrbruch gegeben, der unmittelbar danach behoben wurde. Auch in den Keller des Hauses in der Friedensstraße 7 war damals Wasser eingedrungen. Es sei davon auszugehen, dass die Bausubstanz und der Baugrund des alten Hauses dadurch nachhaltig geschädigt worden sind, betont Civeyrac, der die zuständige Niederlassung Saale – Weiße Elster des Wasserversorgers leitet. Er sagt: „Niemand kann Wasserrohrbrüche vermeiden und vorhersehen. Sie werden immer wieder auftreten. Das Wasser sucht sich im Erdreich seinen Weg. Wir können nur gewährleisten, dass wir Leckagen so schnell es geht, beseitigen. Das ist auch hier in Hohenmölsen im April passiert. Leider sind die Folgen dieses Rohrbruches nicht absehbar gewesen und vor allem für die Familie natürlich sehr schlimm.“

Die MIDEWA hatte unmittelbar nach dem Rohrbruch einen Statiker hinzugezogen, der den Zustand und die Tragfähigkeit der Straße bewerten sollte – und damit mögliche Auswirkungen des Rohrbruchs. Von ihm, so Civeyrac, sei jetzt auch der entscheidende Hinweis gekommen, dass das Haus in der Friedensstraße 7 gefährdet sein könnte; damit auch dessen Bewohner, eine Familie mit einem vierjährigen Kind.

„Es sind in enger Abstimmung mit dem Bürgermeister Andy Haugk sofort die notwendigen Maßnahmen eingeleitet worden“, sagt Civeyrac. Für die Familie wurde durch die Stadt kurzfristig eine Unterkunft im Hotel organisiert. Diese und alle weiteren im Zusammenhang mit dem Rohrbruch stehenden Kosten trägt die MIDEWA, etwa die Sicherungsmaßnahmen am Haus und auf der Straße.

Als nächstes muss der bauliche Gesamtzustand des Wohnhauses begutachtet werden. Daraus leiten sich weitere Maßnahmen ab, die man in Abstimmung mit der Stadt und dem Statiker in die Wege leiten werde, kündigt Civeyrac an. Ob das Haus saniert werden kann oder letztlich abgerissen werden muss, sei zum jetzigen Zeitpunkt offen, sind sich die Beteiligten einig.