Frühjahrsputz im Wasserspeicher

Auch Trinkwasserspeicher brauchen regelmäßig einen Frühjahrsputz: Mitarbeiter der MIDEWA Wasserversorgungsgesellschaft in Mitteldeutschland mbH aus der Niederlassung in Köthen (Anhalt) sind gerade dabei, die riesigen Wasserkammern hinter dem Wasserwerk Köthen (Süd) gründlich sauber zu machen. “Trinkwasser ist ein Lebensmittel. Deshalb müssen die Behälter, in denen es aufbewahrt wird, jederzeit hygienisch rein sind”, erklärt Jan Patzer, Bereichsleiter in der MIDEWA-Niederlassung Anhalt - Harzvorland mit Sitz in Köthen (Anhalt). 

Im Februar mussten Andy Hempel und Torsten Seifert, beide sind Trinkwassermonteure in der Gruppe von Jan Patzer, ihre Putzpläne kurzfristig auf Eis legen. Schnee und Frost machten die Arbeiten unmöglich. In den vergangenen Tagen konnten sie sich nun den ersten Behälter am Wasserwerk in der Straße Am Wasserturm vornehmen. Am Montag kam die Hygienefreigabe. Damit ist nun der zweite Speicher mit ebenfalls 2800 Kubikmetern Fassungsvermögen an der Reihe.

„Wir reinigen alle Behälter im MIDEWA-Versorgungsgebiet im Zwei-Jahres-Rhythmus, um die hohen Qualitätsanforderungen an das Lebensmittel Trinkwasser jederzeit erfüllen zu können“, informiert Konrad Schwärzel, Leiter Betrieb in der MIDEWA-Niederlassung mit Sitz in Köthen (Anhalt). Gleichzeitig wird dabei geprüft, ob die riesigen Kammern möglicherweise Schäden aufweisen. Das können zum Beispiel kleine Risse in den Betonwänden sein. „Normalerweise sind die Kammern mit Wasser gefüllt. Dann sieht man das natürlich nicht. Deshalb sind die Behälterreinigungen für uns immer eine gute Gelegenheit, uns die bauliche Substanz näher anzusehen“, erklärt Jan Patzer. 

Circa anderthalb Tage dauert es, bis eine der beiden großen Wasserkammern bis auf einen Füllstand von wenigen Zentimetern leergefahren ist. Insgesamt gibt es am Wasserwerk in Köthen (Anhalt) zwei Kammern mit je 2800 Kubikmetern Inhalt und einen kleineren Außenbehälter mit 750 Kubikmetern Fassungsvermögen, das sogenannte Reaktionsbecken, das zum Mischen von Wasser aus verschiedenen Regionen dient.  

Unabhängig von der Größe der Behälterkammern ist der Ablauf beim großen Frühjahrsputz immer derselbe: Fast die gesamte Wassermenge, die sich im Behälter befindet, wird allmählich ins Versorgungsnetz abgegeben, sodass am Ende nur ein kleiner Rest ungenutzt abgelassen werden muss. Dann können die MIDEWA-Mitarbeiter sich für ihre Spezialaufgabe entsprechend anziehen - sie tragen im Behälter hygienische Ganzkörperschutzanzüge -, in den leeren Speicher steigen und mit dem Frühjahrsputz anfangen. 

„Mit der Zeit lagern sich an den Wänden und am Boden der Wasserkammern Eisen- und Mangan-Partikel ab, die als natürliche Inhaltsstoffe im Wasser vorkommen und regelmäßig entfernt werden müssen“, schildert Jan Patzer. Es kämen bei der Putzaktion keine Chemikalien zum Einsatz, man nutze ausschließlich Trinkwasser.

Sind alle glatten Oberflächen gründlich abgeschrubbt und alles desinfiziert, kann wieder frisches Wasser hineingelassen werden. Davon wird schließlich eine Probe genommen, in einem zertifizierten Labor untersucht und vom Gesundheitsamt des Landkreises Anhalt - Bitterfeld am Ende freigegeben. Erst wenn die Behörde keine Beanstandungen hat und bestätigt, dass das Wasser den hohen Qualitätsanforderungen der Trinkwasserverordnung entspricht, darf der Speicher wieder in Betrieb genommen werden. Für die erste Kammer gab es am Montag (1. März) grünes Licht. 

Seit 1994 arbeitet das Wasserwerk im Süden von Köthen rund um die Uhr. Es ist die Trinkwasser-Verteilstation für die gesamte Stadt und das Umland. Bevor das Lebensmittel die Anlage verlässt, wird es regelmäßig kontrolliert. Nicht ohne Grund zählt Trinkwasser zu den am häufigsten kontrollierten Lebensmitteln. „Im Wasserwerk”, berichtet Konrad Schwärzel, “kommen verschiedene Wasserarten an, die hier gemischt werden: Das ist Rohwasser aus unseren Brunnen bei Prosigk und Fernsdorf. Das Rohwasser wird im Wasserwerk zu Trinkwasser aufbereitet. Hinzu kommt Fernwasser aus der Elbaue und dem Vorharz“, erklärt Konrad Schwärzel. Aus beiden Komponenten besteht das Köthener Trinkwasser. 

Insgesamt gibt es in der Niederlassung 40 Behälter, in denen Wasser gespeichert ist, um die MIDEWA-Kunden bei einer Versorgungsunterbrechung weiter mit Trinkwasser beliefern zu können.  Die Speicher am Wasserwerk in Köthen (Anhalt) bilden eine Reserve für fast einen Tag. Der größte Behälter der Niederlassung Anhalt - Harzvorland steht in Könnern (Salzlandkreis) und verfügt über ein Fassungsvermögen von 5000 Kubikmetern.  

 

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Reinigung Wasserkammer Köthen Wasserwerk (Süd) | PDF - 127 KB