Im Einsatz für die Rotbauchunke

Um den Lebensraum der streng geschützten Rotbauchunke nachhaltig zu sichern, haben die MIDEWA Wasserversorgungsgesellschaft in Mitteldeutschland mbH und der Regionalverband Merseburg-Querfurt des Naturschutzbundes Deutschland (NABU) in einem ehemaligen Lehmausstich östlich der Saale Erde abgetragen und umgelagert. Dadurch sind mitten im Naturdenkmal mehrere Vertiefungen entstanden, die sich nun mit Wasser füllen können und als Laichgewässer für den auffallend orange-rot gefleckten Froschlurch dienen sollen. 

Die Rotbauchunke hat nahe der Bundesstraße 181 bei Merseburg auf einer Fläche der Stiftung Deutsches Naturerbe ihr südwestlichstes Vorkommen in Deutschland, das zugleich das letzte in Sachsen-Anhalt ist. Anfang der Woche konnte eine sogenannte Ausgleichsmaßnahme für ein geplantes Bauvorhaben - trotz ergiebiger Regenfälle und des Sturmtiefs - abgeschlossen werden. 

Bereits ab Mitte März wandern die Rotbauchunken aus ihren Überwinterungsplätzen zu den Laichgewässern. Aber die trockenen Sommer der vergangenen beiden Jahre hatten auch der Rotbauchunke das Leben schwer gemacht. Erstens gab es nicht mehr genügend Laichgewässer und zweitens sammelte sich darin zu wenig Wasser. Graureiher und Weißstörche hatten also leichte Beute und konnten sich die Amphibienlarven schnappen. In der Konsequenz wurde die Population immer weiter geschwächt. Die Ausgleichsmaßnahme auf einer Fläche der Stiftung Deutsches Naturerbe soll ihren Teil beitragen, um dieser Entwicklung etwas entgegenzusetzen.

Die MIDEWA, berichtet der zuständige Projektingenieur Thorsten Mahler, plant in dem Bereich die umfangreiche Instandsetzung der beim Hochwasser 2013 beschädigten Trinkwasserleitung. Eingriffe in die Natur seien dabei nicht immer zu vermeiden. Die Hauptversorgungsleitung für die Dom- und Hochschulstadt Merseburg - beginnend am Wasserwerk Werder bis zur Leunaer Straße in Merseburg  - muss auf rund 1400 Metern erneuert werden. Damit verbunden sind weitere Erneuerungen von Nebenleitungen mit einer Länge von rund einem Kilometer und Umbauarbeiten im Wasserwerk. Sofern die restlichen Genehmigungen vorliegen, soll ab Spätsommer mit den Bauarbeiten begonnen werden. Die Investitionsbank Sachsen-Anhalt fördert das Projekt. 

“Wir bewegen uns mit dieser Leitung unmittelbar im Überschwemmungsgebiet der Saale”, informiert Thorsten Mahler. Die in Anspruch genommenen Flächen weisen einen hohen Schutzstatus auf, den die MIDEWA als Projektträger zu beachten habe. Es handelt sich um ein Europäisches Vogel- und Landschaftsschutzgebiet und ein in der Nähe liegendes Flora-Fauna-Habitat. 

Die baubedingten Eingriffe in die Natur müssen ausgeglichen werden. Sie seien nicht nur Bestandteil der naturschutzfachlichen Genehmigung, sondern auch grundsätzlich Bestandteil der Planung, schildert der MIDEWA-Projektingenieur. “Obwohl die beanspruchten Flächen in aller Regel wieder in den Ursprungszustand zurückversetzt werden, wird deren Nutzwert - zumindest für die Zeit der Baumaßnahme - eingeschränkt.” Das müsse man zwingend berücksichtigen.

Nun hat die MIDEWA in den vergangenen Tagen unter fachlicher Begleitung des NABU ihren Teil beigetragen, den Lebensraum der Rotbauchunke zu schützen und die Population wieder zu stärken.  

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