Mobiles Trinkwasser für Notfälle

30 800 Liter des Lebensmittels Nummer 1 in handlichen Fünf-Liter-Kanistern haben den Betrieb von Alexander Müller in Querfurt verlassen und sind in den MIDEWA-Niederlassungen angekommen - eine regionale Kooperation

Mit dem Obsthof Müller in Querfurt (Saalekreis) hat die MIDEWA Wasserversorgungsgesellschaft in Mitteldeutschland mbH einen regionalen Partner gefunden, um ihr Trinkwasser für die Notfallversorgung in Fünf-Liter-Packs abfüllen zu lassen. Ende des Jahres wurde im Familienbetrieb die zweite große Bestellung des Wasserversorgers abgearbeitet: 30 800 Liter Wasser sind abgefüllt worden und haben mittlerweile die Niederlassungen und Stützpunkte der MIDEWA erreicht. 

44 Paletten, bestückt mit jeweils 140 Kartons à fünf Liter Trinkwasser, wurden ausgefahren und stehen nun bereit, im Notfall an die MIDEWA-Kunden verteilt zu werden. Karina Wasmund arbeitet als Vertriebsreferentin für den Wasserversorger und leitet das Projekt “Mobiles Trinkwasser”. Damit sei man flexibel in der Lage, zum Beispiel kurzfristige Unterbrechungen der Trinkwasserversorgung zu überbrücken und könne den betroffenen Kunden in den handlichen Fünf-Liter-Kanistern Trinkwasser aushändigen. Sie freut sich, dass die Zusammenarbeit mit dem Obsthof Müller, wo vor allem Apfelsaft abgefüllt wird, so reibungslos und unkompliziert funktioniert. Sie war damals in Querfurt auf der Suche nach einem Betrieb fündig geworden, der über die entsprechende Technik verfügte, das Wasser professionell abzufüllen, ohne Produktionsabläufe aufwendig umstellen zu müssen.

Die Technik, berichtet Alexander Müller, der Chef des Familienbetriebes, sei nämlich identisch. Ob letztlich Apfelsaft oder Trinkwasser in die Kanister fließe, ändere am Ablauf nichts. “Wir müssen rechtzeitig wissen, wann die nächste Lieferung benötigt wird, damit wir uns in der Produktion darauf einstellen können”, schildert er. Mitten in der Apfelverwertung sei es durchaus schwierig, einen geeigneten Zeitraum zu finden. Dann seien die Maschinen komplett ausgebucht, berichtet Alexander Müller, der in Merseburg Betriebswirtschaft studiert hat. 

Das Trinkwasser aus der Leitung gelangt zunächst in einen sogenannten Pasteur, wo es auf 76 Grad Celsius erhitzt wird, um es haltbar zu machen. Von hier aus wird es in die eigentliche Abfüllmaschine geleitet, die bereits mit den bekannten Fünf-Liter-Beuteln mit integriertem Trichter bestückt ist. Mit einer Temperatur von circa 70 Grad Celsius durchläuft das Lebensmittel nun wie am Fließband die Abfüllstation und gelangt exakt portioniert in die am Endlosband bereitliegenden Beutel. Noch immer handwarm packen es Alexander Müllers Mitarbeiter dann auf die Paletten und wissen gerade im Winter die angenehme Temperatur in den kleinen Kanistern sehr zu schätzen. Auf den Paletten kommt das Trinkwasser dann erst einmal zur Ruhe; vor allem muss es richtig abkühlen, bevor es in Folie eingeschlagen und damit transportfertig gemacht wird. 

Alexander Müller: “Das ist eine schöne Sache, denn am Ende hat jeder etwas davon. Wir können unsere Technik, die wir ohnehin vorhalten, zusätzlich nutzen und uns ein kleines Zubrot verdienen, und die MIDEWA hat mit uns für ihr regionales Produkt einen Abfüllpartner in der Region gefunden. Die Wertschöpfung bleibt also komplett in der Region, was auch nicht von der Hand zu weisen ist.”  

Die Familie lebt seit 1936 auf dem Hof in der Querfurter Bauernsiedlung. Die Großeltern von Alexander Müller hatten seinerzeit damit begonnen, in ihrem Landwirtschaftsbetrieb auch Obst anzubauen - allerdings längst nicht in der Größenordnung wie das heute der Fall ist. 17 verschiedene Apfelsorten, sechs  Aprikosensorten, acht Pflaumensorten und 14 Kirschsorten werden inzwischen mit großer Hingabe auf circa 20 Hektar Fläche angebaut und in regionalen Verkaufsstellen angeboten.

Der Hofladen in Querfurt am Nebraer Tor ist vor einigen Jahren vergrößert worden: von 100 Quadratmetern Fläche auf 150. Angefangen hatte der Familienbetrieb mit dem Verkauf seiner Produkte in einer Hütte, die lediglich circa 30 Quadratmeter groß gewesen ist. 

Das Unternehmen in Querfurt ist mittlerweile dreifacher Gewinner des Wettbewerbs “Kulinarisches Sachsen-Anhalt” und hochdekoriert. So gab es 2020 den 1. Preis für den Sauerkirschlikör vom Obsthof Müller, das “Querfurter Tröpfchen”. 2019 wurden sowohl der Himbeer-Brotaufstrich als auch der Aprikosenlikör mit einem “Kulinarischen Stern” in den jeweiligen Rubriken ausgezeichnet. Und zuguterletzt räumte das Familienunternehmen in diesem Jahr ein weiteres Mal ab und wurde zum “Obsthofladen des Jahres 2020” gekürt. Diesen Wettbewerb hatte das Landwirtschaftsministerium zum ersten Mal ausgelobt. Über so viele Auszeichnungen freut sich natürlich auch die MIDEWA, die eng mit Alexander Müllers Betrieb zusammenarbeitet. 

“Im Moment”, weiß Karina Wasmund, “sind wir gut auf das neue Jahr vorbereitet und haben uns an allen Standorten mit unserem Trinkwasser in Fünf-Liter-Kanistern bevorratet. Wenn uns keine größeren Störungen ereilen, die man allerdings nie vorhersehen kann, sollte die Reserve für einige Zeit reichen. Aber zum Glück können wir mit dem Obsthof auch relativ kurzfristig einen neuen Abfülltermin vereinbaren.” Im Frühjahr, hat sich die MIDEWA-Projektleiterin vergewissert, gäbe es auf jeden Fall ein Zeitfenster, das der Wasserversorger bei Bedarf nutzen könnte. 

Der Obsthof Müller ist seit der Kooperation mit der MIDEWA beim “Mobilen Trinkwasser” auch als feste Beprobungsstelle aufgenommen worden. “Das bedeutet, dass wir die Trinkwasserqualität hier im Betrieb regelmäßig unter die Lupe nehmen, um sicherzugehen, dass in unseren Fünf-Liter-Kanistern ein Lebensmittel in Top-Qualität enthalten ist, das allen Anforderungen der Trinkwasserverordnung genügt”, erläutert Karina Wasmund. Mit dieser Gewissheit ist es an Bestimmungsorten überall im südlichen Sachsen-Anhalt im MIDEWA-Versorgungsgebiet angekommen.