Neue Nutzer, neue Gesichter

Für die Besucher wie für das Team der Schwimmhalle Gräfenhainichen ist dieser Sommer vollkommen anders gewesen als all die Jahre zuvor: "Wir hatten durchgehend geöffnet und sind nicht in die obligatorische Sommerpause gegangen. Und wie sich im Nachhinein gezeigt hat, ist das bei unseren Gästen richtig gut angekommen", freut sich Schwimmhallenleiterin Nancy Bauer. Gerade der August habe bekanntermaßen nicht durch hochsommerliche Temperaturen nach draußen gelockt. Stattdessen seien die Besucher gern in die Schwimmhalle gekommen. Sämtliche Wartungsarbeiten, die normalerweise in der Sommerpause anfallen, sind vorher erledigt worden, als die Schwimmhalle coronabedingt ohnehin schließen musste.

Seit Anfang September ist nach monatelanger Zwangspause das Schulschwimmen wieder losgegangen. Von nun an werden die Grundschüler aus der Region - sie kommen aus Bergwitz, Kemberg, Oranienbaum, Radis, Wörlitz, Zschornewitz und natürlich aus Gräfenhainichen - täglich zum Schwimmtraining erwartet. Das, so Nancy Bauer, habe nicht zuletzt schulinterne Gründe: "Während der Pandemie ist bei vielen Zweitklässlern das Schwimmtraining zwangsläufig ausgefallen und wird nun ein Schuljahr später wieder aufgenommen. Es zeigt sich, dass es hier einen immensen Nachholbedarf gibt." Zusätzlich zu den zweiten Klassen, die obligatorisch zum Schwimmunterricht kommen, sind nun auch die dritten Klassen in der Halle. All das müsse entsprechend terminiert und in die Beckenplanung integriert werden, ohne andere Angebote spürbar zu beeinträchtigen. Aber: "Wo ein Wille ist, ist auch ein Weg", betont Nancy Bauer. 

Mit einer Trainingsgruppe aus Schköna hat die Schwimmhalle Gräfenhainichen, die das Team der INFRA Service Sachsen-Anhalt GmbH betreibt, auch ihrer Nutzergemeinschaft erweitert. In der Sommerpause hatte Schkönas Ortsbürgermeisterin Katja Uhlig sich erkundigt, ob die in ihrem Dorf im Aufbau befindliche Kindersportgruppe nicht zum Training nach Gräfenhainichen kommen darf. Dank einer lizensierten Trainerin könnte der Nachwuchs ab acht Jahren in das Training von Koordination und Kondition einsteigen. Einmal pro Woche sollen die Schüler auch Schwimmen und Tauchen üben. "Wir freuen uns immer, wenn die Jüngsten durch eine professionelle Begleitung lernen, sich sicher im Wasser zu bewegen. Von daher haben wir auch für die Schkönaer Kindersportgruppe natürlich eine Zeit gefunden, in der die Mädchen und Jungen bei uns trainieren können", sagt Nancy Bauer. 

Neue Gesichter gibt es im Team der Schwimmhalle Gräfenhainichen auch. Jenny Klügl hat im August ihre Ausbildung zur Fachangestellten für Bäderbetriebe aufgenommen. Die 16-Jährige hatte schon immer mit einem Beruf geliebäugelt, der mit Wasser zu tun hat. Eigentlich wollte sie Meeresbiologin werden. Da die junge Frau aus Kemberg aber sehr mit ihrer Heimat verbunden ist, entschied sie sich nach einem Praktikum in der Schwimmhalle, dort eine Ausbildung anzufangen - und hat ihre Entscheidung nicht bereut. In den ersten Wochen trainierte sie schon intensiv für ihre Rettungsschwimmerprüfung. In diesen Tagen geht es für sie das erste Mal zur Berufsschule nach Wittenberg. 

Mit Romy Wilke gibt es eine weitere neue Kollegin. Die 21-Jährige stammt gebürtig aus dem Harz und hätte niemals gedacht, jemals in einer Schwimmhalle zu arbeiten. Ihre Ausbildung hat sie dem spontanen Einfall ihrer Mutter zu verdanken, die sie ermutigt hatte, in einem Schwimmbad ein Praktikum zu absolvieren. Eine gute Idee, wie sich im Nachhinein zeigen sollte. Ihre Ausbildung machte sie in Thale. In Gräfenhainichen wird man die junge Frau künftig auch häufiger in den Kursen erleben. Denn hier will sie sich verstärkt einbringen, weil sie die Arbeit mit den Badegästen besonders liebt. "Es ist geplant", kündigt Nancy Bauer an, "dass uns Romy künftig unter anderem beim Babyschwimmen unterstützt. Hier ist der Bedarf riesig und die Warteliste coronabedingt noch länger geworden."