Seit 100 Tagen dabei

In Mittelamerika hat Daniel Müller gesehen, was es bedeutet, auf sauberes Trinkwasser und geklärtes Abwasser verzichten zu müssen. Mehrere Monate verbringt er dort - und entwickelt fernab der Heimat den Wunsch, sich beruflich mit den Themen befassen zu wollen. “Es wird einem in diesen Ländern auf eindringliche Weise bewusst, wie gut es uns in vielerlei Hinsicht geht. Hier muss niemand darüber nachdenken, ob morgen früh nach dem Aufstehen sauberes, klares Wasser aus dem Hahn fließt”, erläutert er.

Nun arbeitet der 44-Jährige seit 100 Tagen bei der MIDEWA Wasserversorgungsgesellschaft in Mitteldeutschland mbH in Merseburg und kann jeden Tag etwas tun, um die Trinkwasserversorgung - nicht nur jetzt, sondern auch in ferner Zukunft - auf ein stabiles Fundament zu stellen. Daniel Müller ist der neue Technische Leiter für die Niederlassung Saale - Weiße Elster mit Sitz in der Dom- und Hochschulstadt.

“Für mich ist das eine tolle Herausforderung. Ich kann genau das machen, was ich mir vorgestellt habe.” Daniel Müller und sein Team sind verantwortlich dafür, dass die Trinkwasserversorgung nicht nur in Merseburg, sondern auch in den eher ländlich geprägten Gebieten im Burgenlandkreis zum Beispiel rund um die Uhr funktioniert. “Was der Verbraucher zu Hause erlebt, ist das Ergebnis unserer täglichen Arbeit.” Daniel Müller ist dankbar, in seiner neuen Position auf ein gut eingespieltes Team zurückgreifen zu können, auf viele erfahrene Kollegen.

Daniel Müller, der am 1. September seine Stelle in Merseburg angetreten ist, freut sich auf die Aufgaben nach der sprichwörtlichen Schonfrist von 100 Tagen. Vor allem müssen jetzt die Investitionen für 2021 final abgestimmt werden, um die Weichen für die Zukunft zu stellen. Dabei gebe es viele Aspekte zu bedenken und vor allem einen enormen Abstimmungsbedarf: vor allem mit den Entscheidungsträgern in den Kommunen. Aber auch in den Landkreisen, bei Verbänden, mit anderen Medienträgern, mit den Baufirmen - und letztlich im eigenen Hause. “Damit wir mit einem abgestimmten Investitionsplan in das neue Jahr starten können, tragen unsere Kollegen Monate vorher alle erforderlichen Informationen zusammen. Wir haben die Verantwortung”, betont Daniel Müller, “innerhalb eines Budgets die Maßnahmen so zu priorisieren, dass sie der Allgemeinheit am meisten nutzen.” Das sei ein “intensiver Abwägungsprozess”.

Geboren ist der Wahl-Leipziger Daniel Müller in Borna. Nach dem Abitur absolviert er eine Lehre zum Vermessungstechniker, entscheidet sich dann an der Universität Leipzig Geographie zu studieren. Nach erfolgreichem Studienabschluss und einigen Jahren Berufstätigkeit sattelt er um. Angeregt durch die Erfahrungen seines Auslandsaufenthaltes in Mittelamerika studiert er nun  Siedlungswasserwirtschaft. Als Projektmanager berät er anschließend Firmen im Ausland auf dem Gebiet der Wasserversorgung - von Tadschikistan über Georgien bis zu den Balkanstaaten. Das habe ihm zwar inhaltlich gesehen viel Spaß gemacht, sei aber auch mit längeren Dienstreisen verbunden gewesen, was sich schwer mit dem Familienleben vereinbaren ließ. Daniel Müller hat einen neunjährigen Sohn und eine vierjährige Tochter.

2018 kommt er schließlich zu Veolia, dem strategischen Partner der MIDEWA, und übernimmt größere Projekte in der technischen Abteilung. Dann der Wechsel nach Merseburg, wo neue Herausforderungen auf ihn zugekommen sind. Genauso, wie er es gewollt habe, freut er sich. Das einzige, was er an seiner Arbeit in Leipzig wirklich vermisst: “Ich konnte jeden Tag mit dem Fahrrad zur Arbeit fahren.” Doch mittlerweile hat er auch die circa 30 Kilometer bis Merseburg hin und wieder in die Pedale tretend zurückgelegt und entlang der Saale auch die landschaftlichen Reize der Region kennen- und schätzen gelernt.