Start für den dritten Bauabschnitt

Der erste Bauabschnitt ist geschafft: Die Arbeiten am Trinkwassernetz in der Holunderstraße und in der Bodereihe in Nienburg (Saale) sind endgültig abgeschlossen. Diese Maßnahme habe man seit 2019 gemeinsam mit der Stadt und weiteren Medienträgern realisiert, berichtet Herbert Krause. Er arbeitet in der Niederlassung Anhalt - Harzvorland der MIDEWA Wasserversorgungsgesellschaft in Mitteldeutschland mbH und betreute das Vorhaben als Projektleiter. 

Nun geht es für ihn nach dem ersten Teilstück nahtlos in Nienburg (Saale) weiter - allerdings gleich mit dem dritten Abschnitt dieser Maßnahme: “Den zweiten”, kündigt er an, “schieben wir noch etwas.” Aus versorgungstechnischen Gründen. 

In Nienburg (Saale) beseitigt die MIDEWA weiterhin Schäden des Hochwassers aus dem Jahr 2013, als die Flüsse massiv über die Ufer getreten waren. Das ging auch am Trinkwasserversorgungsnetz nicht spurlos vorbei. Für die Instandsetzung stehen dem regionalen Wasserversorger Fördermittel der Investitionsbank Sachsen-Anhalt und des Bundes zur Verfügung. 

Seit Ende November arbeitet die Baufirma STRABAG im Auftrag der MIDEWA nun an der Versorgungsleitung auf einer Ackerfläche zwischen Nienburg und dem Ortsteil Gerbitz. “Weil der Untergrund es zulässt, wird die Leitung mit einem Pflug eingezogen. Das Verfahren eignet sich optimal dafür”, weiß der MIDEWA-Projektleiter. Ein weiterer Teil der Versorgungstrasse wird nördlich des Lindendamms erneuert. Auch das geschieht mit dieser Technik, so dass am Ende rund 2 850 Meter der neuen Trinkwasserleitung eingepflügt werden können. 

Von der Landesstraße 150 bis zum Ortsteil Grimschleben werden in den kommenden Wochen - sofern es die winterlichen Witterungsverhältnisse zulassen - außerdem weitere 1 150 Meter der neuen Leitung im sogenannten Horizontal-Bohrspülverfahren ins Erdreich gebracht. “Auch das ist eine technische Lösung, bei der es keinen offenen Rohrgraben braucht”, erläutert Herbert Krause. Die Leitung wird dabei über eine Startgrube bis zur Zielgrube in circa 100 Metern Entfernung eingezogen. Die Vorteile liegen auf der Hand: Arbeitsaufwand und Kosten sind geringer, da unter anderem die abschließende Asphaltierung des Baubereiches entfällt. 

Von insgesamt 4 230 Metern im dritten Bauabschnitt bleiben am Ende lediglich 230 Meter übrig, bei denen sich weder der Pflug noch der Horizontalbohrer als Verlegevarianten eignen. In dem Fall käme man nicht umhin, die Straße punktuell aufzureißen.

Die Hochwassermaßnahme in Nienburg (Saale) ist nicht nur in drei komplexe Bauabschnitte unterteilt. Sie ist auch in ökologischer Hinsicht anspruchsvoll. “Wir sind deshalb dankbar”, so MIDEWA-Niederlassungsleiter Christian Wallschläger, “dass wir hier auf das Know-how ausgewiesener Experten zurückgreifen können.” Verantwortlich für die Planung und die ökologische Baubetreuung ist die Leipziger Fichtner Water & Transportation GmbH.

Mit dem Vorhaben bewegt sich die Baufirma teilweise im Landschaftsschutzgebiet „Saale“, innerhalb des Naturparks „Unteres Saaletal“ und im „Nienburger Auwald-Mosaik“, ein Flora-Fauna-Habitat. Zu den dort vorkommenden, streng geschützten Arten zählen unter anderem Rotbauchunke, Kammmolch, Mopsfledermaus, Biber und Großes Mausohr. 

Hinzu kommen zahlreiche archäologische Kulturdenkmale im Baubereich, unter anderem Siedlungen aus der Bronzezeit und der vorrömischen Eisenzeit, ein Gräberfeld und Großsteingrab und ein Feldlager aus dem 30-jährigen Krieg. Aus diesem Grund werden die Arbeiten durch das Landesamt für Denkmalpflege und Archäologie begleitet. 

Bis April 2021 soll der dritte Bauabschnitt voraussichtlich beendet sein, um sich anschließend der neuen Trinkwasserleitung zwischen Altenburg und Nienburg (Saale) widmen zu können.

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