Vier Jahrzehnte Wassermann

Mit 40 Jahren in der Wasserwirtschaft begeht Jörg Lindemann an diesem Freitag, 16. Juli, ein besonderes Jubiläum. Eines mit Seltenheitswert. Seit sage und schreibe vier Jahrzehnten ist der 58-Jährige eng mit dem nassen Element verbunden - und mit dem Mansfelder Raum. 

1963 kommt Jörg Lindemann in Stolberg (Harz) auf die Welt, verbringt seine Kindheit in Mansfeld, geht hier zur Schule. Als es darum geht, sich für eine Beruf zu entscheiden, soll es etwas Praktisches, Handfestes, Handwerkliches sein. Er beginnt seine Lehre als Instandhaltungsmechaniker beim VEB Wasserversorgung und Abwasserbehandlung Halle (Saale) und spezialisiert sich als Rohrleger. Im praktischen Teil seiner Ausbildung wird er unter anderem im Wasserwerk Buckau (bei Magdeburg) eingesetzt. „An mein Prüfungsstück erinnere ich mich heute noch: die Einbindung eines Tiefbrunnens in eine Wasserleitung", erzählt er. 

Nach seiner Ausbildung arbeitet er bis 1994 als Rohrleger im Stützpunkt der Wasserwirtschaft in Mansfeld und qualifiziert sich dann zum Vorarbeiter. „Ich bin gern an der frischen Luft und liebe Herausforderungen. Darum war das für mich genau das Richtige. Zu DDR-Zeiten waren wir fast den ganzen Tag draußen und brauchten eine Menge Geschick und Einfallsreichtum, um unsere Arbeit zu erledigen. Oft fehlte es am notwendigen Material. Und von der technischen Ausstattung, mit der wir heute arbeiten, konnten wir damals nur träumen", hat der Jubilar nicht vergessen. Der Arbeitstag sei noch viel weniger als heute planbar gewesen.„Rohrbrüche gibt es nach wie vor und wird es immer geben. Der Unterschied ist allerdings, dass wir inzwischen sehr gute technische Möglichkeiten haben, sie zu lokalisieren und zügig zu beheben." Viele Arbeiten übernehmen die Kollegen um Jörg Lindemann auf den Baustellen mit eigener Baggertechnik und in Eigenregie, was die MIDEWA  unabhängiger von externen Tiefbaufirmen mache. 

Als Servicebereichsleiter trägt Jörg Lindemann bei der MIDEWA eine Menge Verantwortung - für den gesamten Norden der Niederlassung Mansfelder Land - Querfurter Platte. Ein großes Gebiet mit rund 35000 Einwohnern, die rund um die Uhr mit Trinkwasser in Top-Qualität versorgt werden wollen. Insgesamt 17 Fachkräfte arbeiten in seinem Team, plus ein Azubi. 30 Hochbehälter, ein Wasserturm und ein Dutzend Pumpstationen sorgen dafür, dass das kühle Nass auch mit dem entsprechenden Druck bei den MIDEWA-Kunden zu Hause ankommt. 

Der Jubilar versteht sich nicht zuletzt als Bindeglied zwischen den Kommunen, der MIDEWA-Niederlassungsleitung und seinen Leuten im Servicebereich, deren tägliches Arbeitspensum er plant und priorisiert und kontrolliert. „Wir haben in der Wasserversorgung eine immens wichtige Aufgabe, die oftmals ein wenig abseits der öffentlichen Wahrnehmung erbracht wird. Es ist gut und auch ein Zeichen von Lebensqualität,  dass Trinkwasser hierzulande als Selbstverständlichkeit wahrgenommen wird. Seit Corona wissen wir alle, was es bedeutet systemrelevant zu sein, nämlich unverzichtbar", betont Jörg Lindemann, dessen Tochter ebenfalls in der Wasserwirtschaft tätig ist.

Auch privat zieht es Jörg Lindemann und seine Frau gern und häufig an die Ostsee. Wasser ist aus dem Leben des erfahrenen MIDEWA-Mitarbeiters nicht wegzudenken. Ansonsten findet der früher aktive Fußballer mit Trainerlizenz in seinem kleinen Waldstück bei Piskaborn Ruhe und Erholung und den nötigen Ausgleich. Einmal in der Woche geht's zum Kegeln - gemeinsam mit den Sportskameraden der SG Blau-Weiß Piskaborn.