Vorgezogene Wartungswochen

Seit fünf Wochen ruht der Betrieb in der Köthener Badewelt am Ratswall. Fünf Wochen, in denen dennoch viel passiert ist. “Wir waren in dieser Zeit alles andere als untätig”, sagt Badmanagerin Mandy Kassur. 

Die Palm Springs GmbH & Co. KG als Eigentümerin der Köthener Badewelt und die INFRA Service Sachsen-Anhalt GmbH als Betreiberin hatten vorsorglich - noch bevor die ersten Verordnungen von Bund und Land in Kraft zur Eindämmung der COVID-19-Pandemie in Kraft getreten waren - beschlossen, die Köthener Badewelt ab dem 13. März auf unbestimmte Zeit zu schließen. 

Es begann eine intensive Zeit des Austausches zwischen den Beteiligten, um diese Zeit effektiv zu nutzen. “Wir haben unsere Wartungswochen praktisch vorgezogen”, erklärt die Badmanagerin. Was einen enormen organisatorischen und logistischen Aufwand erfordert habe. “Normalerweise planen wir diese Aktion für den Zeitraum der Sommerferien sehr detailliert und auch mit dem nötigen Vorlauf. Wir beauftragen die einzelnen Gewerke rechtzeitig. Wir teilen unsere Mitarbeiter ein, so dass alles zu schaffen ist. Diesmal mussten wir viel improvisieren.” Aber Mandy Kassur ist zufrieden. Denn man habe seit dem 13. März eine Menge erledigen können. 

Das wichtigste: Alle Becken sind gründlich gereinigt, defekte Fliesen ersetzt, Fugen ausgebessert worden. Und: In allen Becken ist schon wieder frisches Wasser. Laut DIN ist man hier in der Pflicht, das Wasser einmal im Jahr auszutauschen.

Außerdem wurden verschiedene Arbeiten im Technikkeller erledigt, Anlagen gewartet oder kleinere Dinge repariert. Das betraf unter anderem das Blockheizkraftwerk als Teil der Heizungsanlage oder auch die Chlorgasanlage. An der Sicherheitsbeleuchtung gab es einiges zu tun. Es wurden Unterwasserscheinwerfer in den Becken ausgetauscht. Etliche Gewerke gaben sich die Klinke in die Hand: Heizungsbauer, Experten für die Lüftungsanlage, Fliesenleger, Elektriker, Maler, Pumpenbauer, Entsorgungsdienstleister und IT-Fachleute. “Es hat alles wunderbar funktioniert. Wir sind sehr dankbar, dass uns die Firmen kurzfristig und kompetent unterstützt haben”, sagt Mandy Kassur.

Das Gros der Arbeiten ist geschafft. Aktuell wird ein neues Kassensystem installiert und die alte Software abgelöst. Und dann ist in der kommenden Woche noch die Erlebnisrutsche an der Reihe. Der TÜV hatte bei einer Überprüfung kleinere Risse und Kratzer im Rutschenkörper entdeckt und empfohlen, diese zu beseitigen. Applikationen oder Schmucksteine an den Badebekleidungen der Besucher würden bei ständiger Beanspruchung der Rutsche zu Verschleißerscheinungen führen. “Weil uns die Sicherheit unserer Badegäste am Herzen liegt, nehmen wir das Projekt jetzt gleich in Angriff”, erläutert Mandy Kassur. Außerdem wird die Treppe zur Rutsche repariert und im Sommer dann die äußere Ummantelung der Rutsche neu versiegelt. Diese Arbeiten, so die Badmanagerin, würden den Badebetrieb aber in keiner Weise beeinträchtigen.

Im Moment ist noch vollkommen unklar, wann die Köthener Badewelt wieder für Besucher öffnen darf. Aber Eigentümer und Betreiber sind zuversichtlich, dass die jetzt seit Mitte März erbrachten Leistungen die routinemäßigen Wartungswochen in den Sommerferien nicht notwendig machen. 

 

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