Wie Algen das Raumklima verbessern können

Ein besseres Klima in Wohn- und Gewerberäumen durch Mikroalgen? Die Gesellschaft zur Förderung von Medizin-, Bio- und Umwelttechnologien, kurz GMBU, forscht daran. Die MIDEWA Wasserversorgungsgesellschaft in Mitteldeutschland mbH unterstützt das Vorhaben des unter anderem in Halle (Saale) ansässigen Vereins und stellt die Räume ihres Kundencenters in der Burgstraße 10 in Merseburg zur Verfügung.

Anfang März wird dort ein so genanntes Photo-Bio-System mit dem Namen BioAir installiert und getestet. Es soll dazu beitragen, die Qualität der Raumluft zu verbessern.

Hinter BioAir verbirgt sich ein Forschungsprojekt mit komplizierter Bezeichnung: 

Biologisches Raumluft-Regenerierungs-System. Mit der in Brandenburg sitzenden BAT Automatisierungstechnik-Planungs GmbH, ein Unternehmen für Klimaanlagentechnik, hat die Forschungseinrichtung aus der Saalestadt einen Industriepartner für die Entwicklung gefunden. Das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie fördert das Projekt.  

Wie funktioniert das Photo-Bio-System? Verbrauchte Raumluft mit erhöhter  C02-Konzentration wird über das Gehäuse angesaugt. Nach dem Durchströmen des BioAir-Systems wird saubere, befeuchtete und mit Sauerstoff angereicherte

Luft abgegeben. Im BioAir-System mit 100 Litern Leitungswasser und LED-Beleuchtung befinden sich Mikroalgen in kleinen Kapseln, die unter Lichteinstrahlung Photosynthese durchführen. Durch ein Airlift-Prinzip befinden sich die verkapselten Algen ständig in Bewegung.

Ziel des Projektes ist es, ein Gerätesystems zur Raumluftaufbereitung zu entwickeln, dass folgende Effekte erzielt:

1. Absenkung der Kohlendioxidkonzentration beziehungsweise Erhöhung des Sauerstoffgehalts in der Raumluft

2. Bindung von Keimen und Staub bei der Aufbereitung der Raumluft

3. angenehme und entspannende Wirkung durch Licht und Bewegung

4. Veranschaulichung mikrobiologischer Prozesse durch wachsende Algen im Inneren der Alginatkapseln

“Wir freuen uns sehr, dass wir ein erstes Forschungsergebnis präsentieren können und der Öffentlichkeit in den Räumen der MIDEWA eine attraktive Wassersäule mit sich bewegenden biologischen Systemen vorstellen dürfen. Es ist spannend, hocheffektive und bekannte  Prozesse aus der Natur, wie die Photosynthese, aufzugreifen und in anschaulichen Raumkonzepten darzustellen”, sagt Dr. Klaus Krüger, GMBU-Fachsektionsleiter in Halle (Saale) und Vorstandsvorsitzender des Vereins.

Verläuft der Praxistest erfolgreich, kommen die Anlagenbauer zum Zuge, um das System für den Markt zu produzieren.

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